Klima
Wind auf Lanzarote: Guide für Wettkämpfe
Wind gehört zum Sport auf Lanzarote. Dieser Guide erklärt, wie er Radfahren, Laufen, Schwimmen und Logistik beeinflusst.
Aktualisiert am
Der Wind ist auf Lanzarote keine Randnotiz, sondern eine Rennbedingung. Er taucht auf dem Radabschnitt eines Triathlons auf, bei einer Freiwasserquerung, in einem Trailanstieg oder schon auf dem Fußweg zwischen Start und Ziel. Sich darauf vorzubereiten heißt nicht, sich in Vorhersagen zu verbeißen. Es heißt zu akzeptieren, dass er zum Sport auf dieser Insel dazugehört.
Auf dem Rad
Auf dem Rad spürt man ihn am deutlichsten. Bei Rennen wie dem IRONMAN Lanzarote oder dem Volcano Triathlon kann eine Seitenböe dazu zwingen, die Position zu ändern, den Lenker fester zu greifen und den Ehrgeiz zurückzunehmen. Wer nur auf der Rolle oder auf geschützten Straßen trainiert, empfindet die erste echte Exposition als unangenehm.
Übe deshalb im Wind, bevor du startest. Lerne, die Schultern zu lockern, die Ellbogen nicht zu blockieren, Überholmanöver zu antizipieren und auf Laufräder oder Felgenhöhen zu verzichten, die du nicht beherrschst. Die Durchschnittsgeschwindigkeit täuscht hier gern: Ein schneller Abschnitt mit Rückenwind bringt nichts, wenn du auf dem Rückweg gegen den Wind zu viel verbrennst.
Beim Laufen und im Trail
Beim Laufen trocknet der Wind Mund und Haut, kühlt aus, sobald du stehen bleibst, und erhöht in offenen Zonen die gefühlte Anstrengung. Im Trail hebt er zusätzlich Staub und macht technische Abfahrten schwieriger. Eine gut sitzende Kappe, eine Brille und Lippenschutz wirken wie Kleinigkeiten, helfen auf langen Strecken aber spürbar.
Das gilt auch für Etappenformate im Gelände, etwa das 4 Stage Mountain Bike Race Lanzarote, wo sich die Exposition über mehrere Tage summiert und die Erholung zwischen den Abschnitten genauso zählt wie die Tagesform.
Im Freiwasser
Der Wind verändert die Meeresoberfläche. Auch bei moderater Strömung kann kurze Kabbelwelle den Atemrhythmus zerreißen und die Orientierung erschweren. Bei Querungen und Triathlons gelten immer die Anweisungen der Organisation, und die Bedingungen einer Bucht lassen sich nicht auf die nächste übertragen.
Vorhersage
Für offizielle Warnungen und allgemeine Prognosen ist die AEMET die Referenz. Für die sportliche Einschätzung kreuzt du diese Information mit dem Briefing des Veranstalters und der Beobachtung vor Ort. Die Station am Flughafen taugt als Anhaltspunkt, sie beschreibt aber nicht vollständig, was in Famara, La Santa, Puerto del Carmen oder Playa Blanca passiert.
Strategie
Fahre und laufe nach Aufwand, nicht nach Ego. Wenn der Wind zunimmt, passt du Tempo- und Leistungsvorgaben an. Auf dem Rad hat Sicherheit Vorrang, beim Laufen die Trinkstrategie, im Wasser das häufige Orientieren. Wer den Wind schon vor dem Start akzeptiert, trifft bessere Entscheidungen, sobald er da ist.
Material und Sicherheit
Material wählt man nach Kontrolle aus. Sehr hohe Laufräder sind theoretisch schnell und praktisch schlecht, wenn dir die Erfahrung mit Seitenböen fehlt. Beim Laufen wird eine schlecht sitzende Kappe zur Ablenkung. Im Freiwasser hilft eine sichtbare Boje im Training, sie macht aber keine zweifelhafte Zone sicher. Sicherheit beginnt vor dem Losgehen: Wenn Vorhersage oder Briefing auf schwierige Bedingungen deuten, passt du den Plan an, bevor das Rennen dich dazu zwingt.