Trail
Trailrunning auf Lanzarote
Wie man Trailrunning auf Lanzarote versteht: Vulkanboden, Höhenmeter, Exposition, Material und Rennen, mit denen sich eine Saison planen lässt.
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Trailrunning auf Lanzarote hat eine ganz andere Persönlichkeit als Hochgebirgstrail. Es baut nicht auf Wald, Schlamm oder Höhe auf, sondern auf vulkanisches Terrain, trockene Pisten, exponierte Pfade, Hitze, Wind und ständige Rhythmuswechsel. Dieser Unterschied zwingt dazu, ein Rennen anders vorzubereiten.
Welches Terrain dich erwartet
Die Insel mischt Erdpisten, Jable-Abschnitte aus feinem Sand, vulkanische Pfade, losen Fels und gut laufbare Passagen. Der Boden sieht schnell aus, aber er straft Waden, Sprunggelenke und Fußsohlen, sobald sich Stunden ansammeln. Technik heißt hier nicht immer, hart bergab zu laufen. Meistens heißt sie, den Tritt zu wählen und keine Energie zu verschenken.
Bei Rennen wie Tinajo You Trail, Trail La Vegueta oder Famara Total ist die Landschaft ein zentraler Teil der Erfahrung. Sie ist zugleich Teil der Schwierigkeit. Die Sonnen- und Windexposition sorgt dafür, dass sich eine mittlere Distanz länger anfühlt als auf einer geschützten Strecke.
Empfohlenes Material
Grip und Stabilität gehen vor Leichtigkeit. Eine sehr glatte Sohle funktioniert auf Asphalt oder kompakter Piste, greift aber auf Fels oder loser Erde zu wenig. Nimm Kappe oder Visor mit, dazu Brille, Sonnencreme und genug Trinkkapazität für die Abschnitte zwischen den Verpflegungsstellen.
Wenn das Reglement einen wiederverwendbaren Becher, eine Rettungsdecke, eine Windjacke oder ein Telefon verlangt, ist das keine Formalie. Das Wetter kann auf Lanzarote umschlagen, und exponierte Abschnitte lassen wenig Spielraum, wenn Wasser oder Schutz ausgehen.
So trainierst du
Arbeite an Sprunggelenkskraft, kontrollierten Abfahrten, gleichmäßigen Anstiegen und Läufen bei moderater Wärme. Wer von außerhalb anreist, sollte fehlende Anpassung nicht mit mehr Umfang in den letzten Tagen ausgleichen wollen. Besser ausgeruht ankommen, einen Streckenabschnitt anschauen und die Tempovorgaben anpassen.
Auf kurzen Distanzen zählen Rhythmuswechsel. Auf langen Strecken übst du das Essen und Trinken bei Wind und trockener Luft. Der Durst meldet sich oft spät, der Verschleiß ist bis dahin längst passiert.
Das Rennen auswählen
Beginne bei Distanz und Terrain, nicht beim Namen. Ein vulkanischer 14er kann härter sein als ein freundlicher 20er auf Piste. Wer mit Begleitpersonen reist, prüft vorher Zufahrten, Parkmöglichkeiten und Punkte zum Zuschauen. Manche Zonen sind spektakulär, aber während des Rennens nicht immer bequem mit dem Auto zu erreichen.
Sinnvoll ist außerdem, das Rennen im Zusammenhang der ganzen Saison zu betrachten und nicht als isoliertes Wochenende. Im Kalender siehst du, welche Trails sich über das Jahr verteilen und ob sich ein Ziel mit deiner Vorbereitung und deiner Erholung verträgt. Ein gut platziertes mittleres Rennen bringt oft mehr als eine lange Distanz, die zwischen zwei anderen Verpflichtungen eingeklemmt ist.
Respekt vor der Landschaft
Trailrunning auf Lanzarote führt durch empfindliche Landschaften. Folge immer der markierten Strecke, kürze keine Kurven ab und tritt nicht neben den Pfad, auch wenn der Boden hart oder leer wirkt. In vulkanischen Gebieten kann eine Spur sehr lange sichtbar bleiben. Wer auf eigene Faust trainiert, nimmt den Müll wieder mit und informiert sich über örtliche Einschränkungen. Hier gut zu laufen heißt auch zu verstehen, dass die Landschaft keine Kulisse für das Rennen ist, sondern der Grund, warum es das Rennen überhaupt gibt.